Ausgegrenzt: Wie Spielhallen räumlich konzentriert werden

Das Stadtbild mag sicher nicht jedem so gefallen, aber hier und da eine Spielothek, das macht doch auch was her, bringt Einnahmen für den Staat und bietet den Bürgern die Möglichkeit auf ein wenig Abwechslung und lukrative Unterhaltung. In einigen Städten freilich und hier soll es exemplarisch um die alte Kaiserstadt Aachen gehen, sollen Spielhallen künftig räumlich eng zusammengefasst werden. Das erinnert beinahe an die Herbert Straße auf St. Pauli, nur dass im Falle der Slot Buden eben Book of Ra und Magic Mirror zu finden sein werden und keine Prostituierten hinterm Schaufenster.

Jahrzehntealte Konzepte

Schon Ende der 80er Jahre gab es in Aachen einen Beschluss, Spielautomaten nur innerhalb eines bestimmten städtischen Radius zu erlauben. Das wurde nun erneut diskutiert und künftig ist eine deutliche Verkleinerung dieser Fläche geplant, aus dem Ziel heraus die Angebote rund um Slot Machines drastisch zu reduzieren. Das Stadtgebiet beziehungsweise innere Zentrum ist tabu, entsprechende Regeln wurden sogar im betreffenden Bebauungsplan festgelegt! Allerdings gibt es noch einige wenige Zockerbuden, die sich innerstädtisch betätigen dürfen, sie genießen Bestandsschutz und offenbar trägt man dabei dem Alter oder auch den besonderen Gebäuden dieser Spielhallen Rechnung.

Casino Spiele und Schulen

Obwohl Kinder und Jugendliche ohnehin nicht zocken dürfen, bemühen windige Politiker auch in Aachen die Mindestabstände von Spielotheken zu Schulen und kündigen für das kommende Jahr zahlreiche Schließungen an. Konnten bis dato beinahe 20 Areale mit Slots bestellt werden, wird es in Zukunft einzig und allein die Peterstraße bleiben, die dergleichen gestattet und damit haben wir eine Art Ghettoisierung der Casino Spiele. Es werden dazu die vorliegenden Lizenzen und Konzessionen kritisch geprüft und nach Möglichkeit nicht mehr neu ausgegeben, vor allem die SPD tut sich hier in Aachen als rigider Moralwächter hervor.

Klagen sind angesichts solcher Willkürakte jedoch zu erwarten. Die Spielhallen einfach so zu schließen ist ökonomisch Unsinn und grenzt auch so an Staatsversagen, schließlich sollte es dem Bürger überlassen bleiben, wo und wann er spielen möchte. Im Hintergrund freilich lauert der bundesweit irgendwie noch gültige Glücksspielstaatsvertrag, der als bürokratisches Monstrum zwar keinerlei Vorteile oder Klärung bringt, auf dem sich örtliche Politiker jedoch gern ausruhen. Das ist in Aachen so, in Berlin und in vielen anderen Städten. Es ist also durchaus davon auszugehen, dass Spielautomaten künftig vielerorts ausgegrenzt, an den Rand der Städte gedrängt werden sollen und damit kommt das Stadtbild jenen Vorstellungen nahe, die spießige Kleinbürgerpolitiker bei Tofu Salat und Gendergerechten Diskussionsrunden entwickeln. Casino Spieler jedenfalls haben demgegenüber das Nachsehen.