Behördenschlamperei: Gut für Casino Spiele!

Berlin hat sich wie jeder weiß in den letzten Jahren enorm hervorgetan, um Spieler und Spielhallen nach allen Regeln der Kunst zu gängeln und das geschah und geschieht alles im Rahmen des unfassbar idiotischen Glücksspielstaatsvertrages. Hier soll nun in der Hauptstadt der viel beschriebene Mindestabstand zwischen den Spielotheken gelten, ab 1.8. jedenfalls sah das der großspurige Plan der Politik vor. Es passiert aber im Moment noch gar nichts und Spieler profitieren eindeutig von Schlamperei und Überforderung. Fast muss man in Berlin den Flüchtlingen dankbar sein, dass sie die Stadt überschwemmen, denn inmitten von Angela Merkels Diktum „Wir schaffen das“ sind einfach nicht genug Beamte da, um das Gesetz gegen Spielstätten umzusetzen.

Langsamkeit als deutsche Tugend

Zumindest in der Beamtenschaft gilt seit jeher das Credo, nachdem das Volk für die Ämter da ist und nicht umgekehrt und so mahlen alle Mühlen sehr langsam. Es wirkt freilich schon kurios, wenn sich jahrelang die Politiker hinstellen und die Spielautomaten verdammen, Zocker als Idioten beschimpfen und absurde Argumente wie etwa den Jugendschutz bemühen. In Wirklichkeit möchte man jedoch erziehen, kontrollieren und vorschreiben, hatte allerdings neben großen Reden keinen echten Plan für die Umsetzung des Automatenverbots. Als erstes Bundesland überhaupt sah sich Berlin genötigt, riesige Abstände zwischen den Etablissements zu fordern, aber passiert ist nichts. Die Anträge auf Spielhallen auf eine weitere Öffnung liegen quasi unbearbeitet in den Aktenschränken und man beschäftigt sich viel lieber mit der Frage, ob man vielleicht das Wort Spielhalle durch Spielothek ersetzen sollte oder doch nicht. Der große Aktionismus wirkt lächerlich im Rückblick, aber natürlich freuen sich die Zocker über diese typische deutsche Realitätsverweigerung.

Automaten weiter in voller Pracht zu spielen

Die Betreiber freut das genauso wie den Zocker und die Abstände von hunderten Metern zu Schulen beziehungsweise zwischen den Spielhallen werden vorerst nicht geprüft. Da werden sich bestimmt einige Casinos ärgern, die ihren Antrag auf Betrieb zurückzogen in der Meinung, es werde ja bald hart durchgegriffen! Diese Etablissements sind momentan die einzigen, die wirklich schließen, und auch wer die Unterlagen nicht vollständig einreicht oder eine Frist verstreichen ließ, darf keine Slots mehr anbieten. In der Summe bedeutet das die Schließung von sage und schreibe vier Spielotheken in Berlin! Die anderen mehr als 130 bleiben erstmal offen und man darf gespannt sein, wie sich das in den nächsten Monaten weiterentwickelt.