Berlin und seine Spielhallen II: Wie geht es weiter?

Aufgrund der veränderten Rechtslage stehen Spielhallen in der Hauptstadt nicht nur vor dem Ruin, sondern generell vor dem Aus und wir wollen heute uns mal genauer die konkreten Zahlen anschauen. Bekanntlich müssen in Zukunft wenigstens 500 Meter Abstand bleiben zwischen zwei benachbarten Spielstätten und zu der nächstgelegenen Schule müssen mindestens 200 Meter Abstand eingehalten werden. Dies angelegt an die enorme Menge der Spielhallen in Berlin bedeutet eine ordentliche Portion Arbeit für die Behörden, die sich dieser Tage mit Vermessung und Kontrolle völlig überfordert zeigen.

Leichte Rückgänge der Spielotheken – Die Ruhe vor dem Sturm?

Zunächst einmal muss man wissen, dass es in Berlin viele hunderte Casino Angebote gibt. In Mitte etwa stehen heute knapp 130 Slot Buden, in Charlottenburg oder auch in Friedrichshain und Kreuzberg noch mal gut die Hälfte davon und jeder Bezirk der Hauptstadt hat auch seine Spielhallen. Deren Anzahl geht zwar bereits zurück, das ist ja auch der Plan der Politik, doch Experten konstatieren hier lediglich leichte Rückgänge, die genannten Bezirke hatte in 2016 noch viel mehr Etablissements! Mitte etwa verlor gut 20 Angebote für Casino Spiele und in Kreuzberg verschwanden acht Spielotheken und in der Summe in der gesamten Stadt Berlin gibt es in diesem Jahr gerade einmal knapp 30 Slotbuden weniger. Mehr als 370 Spielhallen gibt es noch, dazu kommen im Ganzen mehr als 4100 Spielautomaten vor Ort, was sogar eine Steigerung gegenüber den Vorjahren ist.

Das Losverfahren im Fokus

Natürlich war das so nicht Plan der Politiker und man versucht nun, mit allen Mitteln Schließungen und Gängeleien voran zu treiben! Die Betreiber werden durchleuchtet wie Schwerkriminelle und müssen Auskunft geben über Steuererklärungen, Führungszeugnisse, Einträge im Register für Insolvenzen und vieles mehr, natürlich muss auch ein schlüssiges Konzept gegen Spielsucht vorliegen. Damit hat die Willkür des Staates eine neue Ebene erreicht, weil die Spielstätten sowieso schließen werden müssen, man bei den Berliner Politikern jedoch meint, man könne zusätzlich das Gewerbe schikanieren und durchleuchten, was unzweifelhaft einen echten Skandal darstellt.

Dazu kommt ein völlig verqueres Losverfahren: Weil die Betreiber angesichts der Gängeleien einfach einen Geschäftspartner ins Boot holten und so die Casinos weiterlaufen könnten auch wenn bei den eben beschriebenen Kriterien etwas nicht stimmt, soll das Los schlussendlich über den Bestand entscheiden. Berlin zeigt dabei, wie unfähig diese Stadt regiert wird, schließlich wäre es mit klaren Ansagen, Regeln und Kontrollen auch fair machbar gewesen, abgesehen davon, dass die neue Version des Glücksspielstaatsvertrages ohnehin ein Machwerk ohne jeden Realitätsbezug darstellt. Spieler dürfen sich also drauf einstellen, dass es mindestens noch zwei Jahre dauert, bis die Slot Machines zwischen Pankow und Friedrichstadt der Vergangenheit angehören.