Der Staat und das Casino: Ein Beispiel

Bei den meisten Spielbanken in Deutschland hat der Staat seine gierigen Finger mit drin. Die Verwaltung und Politik verteilen Konzessionen, gängeln oder gestatten je nach Laune und das hat seit Jahren zu einem Rückgang der Besucherzahlen in den Casinos geführt. Diese sind bekanntlich unter Feuer dank der Online Spielhallen und ein aktuelles Beispiel zeigt nun, wie sich die Politik versucht neu zu positionieren. In Baden und dem zugehörigen Casino gibt es nun Diskussionen, wie die Spielbank in Zukunft strukturiert werden soll.

Beteiligungen und Steuereinnahmen

Die Spielbank in Baden gehört zur Stadtcasino Baden AG und diese wiederum gehört zu einem Gutteil der Stadt selbst. Nun möchte der Stadtrat nach Beschluss, dass sich die Stadt hier zurückzieht und man hat Diskussionen begonnen, wie ein Ausstieg aus dem Casino möglich wäre. Zu prüfen sind erst einmal die möglichen Entwicklungen und Herausforderungen, die ein Ausstieg mit sich bringen würde und was das dann auch für die Stadt selbst bedeutet. Die Stadt möchte am liebsten ihre Anteile an einen öffentlichen Träger weiterreichen – eine endlose Mauschelei rund um Spielautomaten und Co?

Glücksspiel angeblich anrüchig

Gerne versuchen sich Politiker als neunmalkluge Alleswisser, die dem Bürger am liebsten alles vorschreiben möchten. Der aktuelle Justizminister des Bundes ist dafür das beste lebende Beispiel, er erlässt Gesetze ohne Unterlass, treibt die Bürokratie voran und natürlich würde er auch persönlich in Baden eingreifen, wäre ihm das dortige Treiben bekannt. In Deutschland zählt weniger die Freiheit der Bürger, sondern weit mehr die moralische Belehrung und so fragt sich die Stadt Baden, ob eine Beteiligung am Casino vertretbar ist. Die Steuern nimmt man zwar gerne, aber als Verantwortliche für Spielsucht und andere Verwerfungen möchten die Leute vom Stadtrat dann auch nicht gelten.

Übrigens: Die Stadt Baden ist nicht nur vor Ort beteiligt, sondern auch anderswo aktiv! Es gibt Beteiligungen an Casinos in anderen Bundesländern und sogar in der Schweiz und Österreich. Das zeigt, wie gern man von Seiten die Politik die Hand aufhält und keine Moral kennt, doch wenn sich der Wind dreht und sich die Zusammensetzung des Stadtrats ändert, wird plötzlich alles bisherige in Frage gestellt.

Automatenspiele gut für Abgaben?

Bei allem moralischem Aufguss bleibt trotzdem die Fragen: Wie soll Baden die Einnahmen kompensieren, die durch einen Verkauf der Anteile am Casino wegfielen? Kann man hier zugunsten der Gutmenschentümelei verzichten oder braucht es dann doch die Euros der Spieler, um die Müllabfuhr zu bezahlen? Im Moment wird hier noch heftig gestritten, geprüft und argumentiert, aber es ist denkbar, dass das Beispiel Baden auch hinsichtlich der Beteiligungen anderer Städte an örtlichen Casinos geprüft wird.