Die Automatenspiele von Stuttgart: Befindet sich die Stadtplanung in Aufruhr?

Slots sind aus dem Stadtbild heute kaum noch wegzudenken und obwohl durch Online Casinos und neue Angebote im Internet ordentlich Konkurrenz vorhanden ist, lohnt sich auch in Stuttgart ganz offensichtlich der Betrieb einer Spielothek. Das kann den Politikern nicht recht sein, auch wenn man gern die Hand für Steuern aufhält, und auch einige Bürger stören sich an den Zockerbuden, was nun zu einer Stellungnahme von Seiten der Stadtplanung führte. Neue Gesetze sollen her, als Feigenblatt selbstverständlich, denn während die privaten Anbieter für Casino Spiele ordentlich gegängelt werden, bleibt für die staatlichen Spielbanken alles beim Alten.

Eine Entwicklung oder sogar ein Trend?

Um die Ausbreitung der Etablissements zu verstehen, lohnt sich ein Blick zurück. Wenn sich heute sowohl Spielhallen wie Wettbüros an allen Ecken Stuttgarts finden, dann war das ja nicht immer so und so gab es beispielsweise Ende der 1990er Jahre gerade einmal ein paar dieser Einrichtungen in der Landeshauptstadt. Im Laufe der Jahre wuchs die Zahl und vor allem nach 2006 und der damit einhergehenden Lockerung der Gesetze kam es zur sprunghaften Zunahme der Spielotheken. Die Anzahl verzehnfachte sich seitdem und natürlich nutzten viele Betreiber die unklaren Regelungen aus, nach denen die Bundesländer nach 2006 überhaupt erstmal Verordnungen und Gesetze für die neue Glücksspiellandschaft erlassen mussten. Weit mehr als 2500 Spielautomaten stehen in Stuttgart! Wettbüros nahmen gleichfalls zu auf heute weit über 30 und diese Zahlen scheinen die Politiker und vorgeblich besorgte Bürger zu beunruhigen.

Neue Gesetze und Regelung sorgen für Einschnitte

Wie in Berlin und anderswo soll künftig auch in Stuttgart ein Abstandsgesetz für Spielautomaten gelten. In der Mitte werden dabei 500 Meter genannt, auch muss diese Distanz zu Schulen und Jugendclubs und so weiter eingehalten werden. Logisch, dass angesichts der Dichte im Stadtgebiet viele Spielhallen eingehen werden und genau das hat man bei der Stadtplanung auch im Sinn, egal wie es dabei um die Arbeitsplätze bestellt sein mag!

Auf der Pressekonferenz zeigten sich die Stadtoberen empört über Spielotheken und deren Erscheinungsbild und es wurde eine für 2017 endende Übergangsfrist verkündet. Danach greifen die neuen Vorgaben gnadenlos, es drohen Schließungen und harte Strafen. Man drängt die Anbieter also regelrecht zur Aufgabe und es wurde zudem von einem Vergnügungsstättengesetz geredet, dass künftig genau Aufsicht führen soll. Damit sind wir wieder bei der üblichen Gängelei und Menschenkontrolle und in Stuttgart dürfte der Spieler ähnlich stigmatisiert werden wie in anderen deutschen Städten.