Italien und Spielautomaten – Was läuft da schief?

Relativ selten finden sich Meldungen zum Glücksspiel in Italien. Obwohl bekannt ist, dass die Leute zwischen Mailand und Sizilien natürlich auch Automaten, Roulette und Poker lieben, steckt die Gesetzgebung gerade gegenüber den Online Casinos auch im Land des Stiefels in Schwierigkeiten, gibt sich träge und wenig zukunftsbewusst. Wie überall wird dabei von Seiten der Politik mal wieder das Gespenst der Spielsucht bemüht und es zeigt sich, dass man lieber Pfründe verteidigt als den Markt zu liberalisieren und dem Bürger seine Unterhaltung selbst zu überlassen.

Der Kampf gegen Slot Automaten

Die Spieler mögen die Gewinnaussichten, die Politiker lieben die Steuern, doch weil beides in Italien einfach nicht zusammengedacht werden kann, dreht sich mal wieder alles um drastische Verbote. So wurde jüngst ein großes Programm zur Bekämpfung der Casino Spiele vorgestellt und auch wenn das bei den Italienern immer großer Aktionismus ist, könnte sich das Zocken rund um Rom sicher in Zukunft etwas komplizierter gestalten.

Ausgewiesene Vorgabe von Seiten der Politik ist die Reduzierung der Spielautomaten im Lande. Man hält die Slots für besonders gefährlich und bemüht zur Erklärung aktuelle Studien, wohlwissend, dass von diesen Gefahren längst nicht alle Leute betroffen sind. Statistisch betrachtet werden nur sehr wenige Spieler süchtig, die allermeisten vergnügen sich am Automaten, riskieren etwas und gehen mehr oder wenig zufrieden nach Hause. Diese große Mehrheit soll nach Meinung von Politikern aber genauso gegängelt werden!

Große Pläne, ideologisch eingefärbt?

Innerhalb der nächsten vier Jahre ist in Italien eine Reduzierung der Spielautomaten um ein Drittel vorgesehen. Das ist viel, sehr viel und ausgerechnet der Regierungschef Matteo Renzi steht diesem Plan persönlich vor. Ein Kreuzzug gegen Casino Spiele wird hier also von allerhöchster Stelle vorangetrieben und mit Slots und Co werden die Italiener in den nächsten Jahren einige Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung verlieren. Dabei ist es den Verantwortlichen auch egal, ob durch das Verbot und die Reduzierung tausende Arbeitsplätze verloren gehen werden, dass es zur Schließung von Spielhallen und Kneipen kommt. Auch die sinkenden Steuereinnahmen sind zu berücksichtigen, aber der Regierung Renzi ist doch offenbar egal. Wo die Reise hingeht zeigen dessen Gebärden, in der EU nicht mehr sparen zu müssen und was machen da ein paar Steuerausfälle beim Glücksspiel? Man spekuliert auf mehr Geld aus Deutschland, auf noch niedrigere Zinsen und auf einen weiter abwertenden Euro und auch wenn das ökonomisch in der Summe nicht viel wert ist, hat es in Italien über Jahrzehnte funktioniert mit dem Staatsdirigismus und dem Schuldenmachen.