Japan streitet über Spielsucht

Es klingt ein bisschen absurd wenn ein Land über vorgebliche Gefahren von Slots und Roulette streitet, während ein Großteil der Bevölkerung sein Leben mit der Spielekonsole verbringt. Gut, dabei drohen natürlich weniger finanzielle Verluste, aber zum einen können auch Japaner wenn auch illegal auf Online Casinos zugreifen und zum anderen ist das Hocken vor der Glotze und das Spiel mit Super Mario sicher nicht erfüllend für das menschliche Dasein. Aber in Japan sagt man sich nicht gern die Wahrheit und so nimmt die aktuelle Debatte vor der Konzession für Spielbanken, die bald erfolgt, geradezu groteske Züge an.

Casinos sind künftig erlaubt

Kurzer Rückblick: Im vergangenen Jahr kam es nach Ewigkeiten zu einer Vereinbarung, die es den Japanern künftig erlaubt richtige Spielhallen mit Slots, Poker, Blackjack und Co zu besuchen. Die Unternehmen reiben sich die Hände und die Politik erhofft sich Einnahmen für die im Land der aufgehenden Sonne besonders leeren Kassen, bekanntlich ist die Verschuldung hier so hoch wie nirgendwo sonst in der Welt! Trotzdem war es ein ideologischer Streit und das Gesetz eine schwere Geburt, die aber nun durchgestanden ist.

Künftig dürfen die Spielbanken in besonderen Hotels an Anlagen errichtet werden, das Parlament stimmt zu und mit Hinblick auf die Olympischen Spiele ist das sicher ein kluger Schachzug. Millionen Touristen werden die Casino Spiele genauso gern annehmen wie die einheimischen Japaner, das klingt also nach einer Win Win Situation für alle Seiten. Wirklich?

Die berühmten Pachinko Hallen

Dort gambelt der Japaner schon seit Jahrzehnten, allerding sind die Gewinne als Sachpreise bestimmt und die Gefahr des finanziellen Ruins ist in der Pachinko Halle ausgeschlossen. Aber natürlich gehen dort viele immer wieder hin und man kann dann von Spielsucht sprechen, wo eigentlich nur Langeweile herrscht. Die Regierung verweist zwar auf Steuereinnahmen, viele neue Jobs und andere Vorteile, doch die Ideologen der Debatte verweisen immer wieder auf die Probleme für Spieler selbst.

Ist das nicht ein wenig lächerlich? Die ganze Nation zockt auf Playstations und Co und kriegt schon Anfälle, wenn Nintendo mal wieder das Release neuer Games verschiebt. Es gibt Leute, die kleiden sich wie Super Mario und leben wie die Figuren von Sony, Sega und all der Hersteller. Was ist also Spielsucht? Problematisch wird Spielen erst dann, wenn große Beträge ohne Umsicht riskiert werden, Verluste drohen und das Leben auf die schiefe Bahn gerät. Hier kann Japan durch Prävention und Selbstsperren, durch Besucherscanner und vieles mehr genügend Schutzmaßnahmen einführen, alles andere sollte der Bürger immer selbst entscheiden.