Kneipe statt Spielhalle: Die Wanderung der Slots

In der Wahrnehmung der Politik sind Casinos entweder böse und schlecht oder die perfekte Steuermelkmaschine. Schwierig wird es allerdings, wenn übermäßig viele Bürger die Spielautomaten und Co gut finden, denn das gefällt den Regierungen und Beamten dann gar nicht und in allerbester Gutmenschenmanier versucht man es zunächst mit Belehrungen und dann mit Verboten. Das Sterben der Spielhallen in deutschen Städten ist politisch gewollt, doch nun wurde bekannt, dass aufgrund der sich ändernden Gesetzeslage immer mehr Slots in den Gaststätten auftauchen.

Nachfrage und Angebot

Während die Politiker vor allem das Angebot reduzieren möchten, fragt der Spieler Games wie Book of Ra und Magic Mirror unverändert nach und die Aufsteller wollen ja auch Geld verdienen. Also wandern seit Monaten viele Automaten in die Kneipe und selbst wenn immer mehr Spielotheken dank unsinniger Auflagen wie dem Mindestabstandsgesetz schließen müssen – die Spielautomaten sind deshalb keinesfalls verschwunden! Schankwirtschaften sind schließlich ein Ort der Begegnung und da passt ein Slot doch geradezu perfekt rein. Auch sind die Zocker dann eben  nicht nur unter sich, was einer eventuellen Spielsucht nur entgegenwirken kann.

Das Beispiel Unna in NRW zeigt, dass in den letzten Jahren mehr als 150 Spielotheken geschlossen haben und hunderte Lizenzen weniger ausgegeben wurden. heute gibt es noch ungefähr 10 Etablissements und einige hundert Slots, wobei sich deren Aufstellung immer mehr auf die Kneipe um die Ecke konzentriert. Dort wird wieder gezockt wie das übrigens auch früher schon der Fall war, als die meisten Spieler zum ersten Mal mit den Games eben in der Gaststätte in Berührung kamen.

Spielautomaten legen nominell zu

Und so ist es dann auch ein konterkarierender Effekt, wenn heute gut 15 % mehr Slots in Deutschland betrieben werden! Die Schließungen bringen nichts, denn die Nachfrage ist hoch, zumal es ja auch im Internet eine Menge Angebote gibt. Allein Arbeitsplätze und das ohnehin schon sterbende Gewerbe im Innenstadtbereich sind betroffen, aber die Politik hat dazu keinen Plan und hofft einfach nur, dass sich andere Geschäfte ansiedeln werden. Aber was ist mit den Spielern? Diese mögen nun mal die Geräte und es wird wohl nichts nützen, noch unsinnigere Gesetze zu erlassen. Gut möglich, dass man stärker auf Überwachung setzt, die Kunden und deren Daten speichert und so den Spieler von der Halle vertreibt. Aber ob dergleichen auch in einer Kneipe möglich ist? Glücksspiel ist beliebt und was auch immer Grüne, Linke und Konservative in seltener Eintracht sich für den Bürger vorstellen – es wird mit Druck und Zwang kaum funktionieren.