Lohnen sich Selbsthilfegruppen bei Spielsucht?

Die Zahlen sind alarmierend: In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind hunderttausende Menschen mehr oder weniger abhängig vom Glücksspiel und auch wenn das natürlich dem Staat nicht erlauben sollte, alle anderen Spieler auch zu gängeln, braucht es umfassende Maßnahmen zur Hilfe für Betroffene. Anstatt nämlich Spielhallen zu schließen oder auch im Internet Online Casinos einfach so abzuschalten, müssen intelligente Lösungen her. Von der Selbstsperre bis zur Gesichtsscannung wird eine Menge diskutiert, aber wenn es zu spät ist, dann sollten professionelle Ansätze für Entlastung sorgen. Da gibt es beispielsweise die Selbsthilfegruppen, doch helfen diese wirklich und ist das für jeden süchtigen Spieler auch sinnvoll?

Spieler und Angehörigen leiden unter der Sucht

Bekanntlich verzocken manche Leute, denen ein problematischer Umgang mit Slots und Co nachgesagt wird, nicht selten das Vermögen der Familie und es ist wichtig, hier schnellstens einzugreifen. Aus diesem Grund treffen sich ähnlich wie bei den Anonymen Alkoholikern ständig süchtige Spieler und sprechen über das Problem, andere hören nur zu und lassen sich beraten. Forschungen zeigen dazu, dass gerade der offene Umgang mit einer Spielsucht für Linderung sorgt, für befreites Aussprechen zur Lage und das ist den meisten Zockern eine gute Hilfe. Angehörige, die in der Regel mit den Strudel gezogen werden, profitieren ebenso und können sogar in der Selbsthilfe Beistand leisten, indem sie zum Beispiel über ihre Sorgen und Nöte berichten. Oft nimmt ein Spielsüchtiger das Problem zwar wahr, doch erst das Teilen mit Partnern und Kindern etwa führt zu einer echten Besserung.

Ersatzreize und gezielte Eingriffe in festgefahrene Abläufe

Oft genug berichten die Betroffenen auch von Maßnahmen und das kann für Zuhörer genauso ein Ansporn seyn, sich kritisch zu ändern und den Slot Automaten oder anderem Glücksspiel zurückhaltender gegenüber zu stehen. So funktionieren Ersatzreize gut wie etwa das Sparen der sonst verzockten Einsätze, manche bekommen die Geldkarte weggenommen und andere Spieler legen sich bewußt andere Tagesabläufe zu, die dann als Ablenkung gute Ergebnisse erzielen.

Am wichtigsten bleibt aber immer noch das Reden, das Teilen der Erfahrungen. Süchtige erkennen, dass sie weder allein noch einzigartig sind und das kann zu einer Verbesserung führen. Die Politik sollte deshalb die Selbsthilfegruppen noch stärker fördern und den Menschen helfen anstatt die breite Masse der Zocker weiter zu gängeln, das ist allemal fairer und wird dem Problem deutlicher gerecht. Wenn es professionelle Berater gibt und die Spielsucht eben nicht wie üblich im Verborgenen abläuft, dann ist das Ganze mit Sicherheit ein erfolgversprechender Ansatz und wird den Betroffenen helfen, sich im Leben auch ohne Spielautomaten zurecht zu finden.