Neue Belastungen für Spielhallen

Gerade ist eine Hatz eröffnet: Politiker und Beamte machen in diesen Tagen Jagd auf Spieler, auf Spielautomaten, auf Glücksspiel jeder Art. Die Heuchelei kennt dabei keine Grenzen, schließlich bleiben staatliche Spielbanken genauso unbehelligt wie die online Casinos, deren Ausbreitung allerdings auch schlecht zu unterbinden ist. Stattdessen konzentrieren sich Polizei und Legislative auf den Slot in der Kneipe und es wird alles getan um die Anzahl von Automatenspielen in deutschen Städten radikal zu verringern.

Vergnügungssteuern und die Gier des Staates

Allen Orten beinhaltet das Gesetz zum Glücksspiel in Deutschland seit Beginn des neuen Jahres nicht nur ein äußerst kompliziertes Mindestabstandsgesetz, zugleich werden auch die Steuern enorm nach oben gefahren. Für Spielautomaten ist das natürlich die Vergnügungssteuer, die beispielsweise in der Stadt Hilden nun schon zum dritten Mal erhöht werden soll. Insgesamt soll es in der Stadt rund 300 Automatenspiele geben und obwohl Hilden gar nicht so wenige Einwohner hat, scheint es den Verantwortlichen im Stadtrat trotzdem zu viel zu sein. Presseberichte jedenfalls erwähnen dann auch noch die gut 100 Automaten in den Kneipen, die dort bekanntlich für Entspannung zum Bier sorgen. Das alles ist den Politikern ein Dorn im Auge und man erhofft sich mit der Erhöhung der Verkündigungssteuer, die Spielgeräte in ihrer Anzahl zu reduzieren. Absurd: zugleich wünscht man sich aber auch höhere Einnahmen und es ist zumindest fraglich, wie auf der einen Seite eine Beschränkung der Slots zu hören Steuereinnahmen durch die Slots führen soll?

Spielsucht im Fokus

Angeblich wurde die Steuer in Hilden aber auch nur erhöht, damit die Betreiber und Aufsteller von Spielautomaten möglichst gründlich die Lust an ihrem Geschäftsmodell verlieren. Wenn es höhere Steuern auf Automaten gibt, so die Rechnung der Politik, dann werden auch weniger Slots für den Bürger zur Verfügung gestellt und das wiederum hat einen positiven Effekt auf die Vermeidung von Spielsucht. Kein Wort natürlich, dass Spielsucht selbstverständlich auch in staatlichen Spielhallen ein großes Problem ist! Verbote und Gängelei sind nun mal am einfachsten und am schnellsten durchzuführen und so verweist die Politik regelmäßig auf die vielen Spielsüchtigen in Deutschland. Dabei wird beflissentlich unterschlagen, dass in Wirklichkeit viele Zocker mit Problemen eine solche Sucht in einer staatlichen Spielhalle oder selbst beim konzessionierten Lotto entwickeln!

 

Ob aber wirklich wie immer wieder betont wird, gut 80 % aller Zocker süchtig sind, muss auf jeden Fall dahingestellt bleiben, die aller meisten Spieler jedenfalls entspannen sich am Slotautomaten, trinken ein Bier dazu oder spielen einfach aus Lust und Laune. Nun gilt es abzuwarten, ob sich die Betreiber der Spielhallen gegen die immer unfair waren und ungerechtfertigten Gesetze wehren, die Gerichte jedenfalls machen sich auf eine große Klagewelle gefasst.