Spielotheken Kontrollen in Österreich: Zwischenbilanz

Die große Jagd auf Slots und Spieler in Deutschland und vor allem Österreich ist zweifellos ein großer Skandal, strotzt vor Willkür und Korruption, aber natürlich ist es auch an der Zeit, einmal auf die genauen Zahlen zu den betreffenden Kontrollen zu werfen. Bekanntlich müssen Spielhallen unsinnige Auflagen erfüllen und die Politik versucht alles, die eigenen staatlichen Casinos zu bevorzugen. In Österreich kommt noch dazu, dass hier Konzerne wie Novomatic kräftig Lobbyarbeit treiben und so kleinere, private Anbieter für Slot Machines keine Chance haben. Das zeigt sich sehr deutlich in den nun vorgestellten Aspekten.

Das Treiben der Finanzpolizei

Diese schon dem Namen nach auf staatlichen Kleptomanie hinweisende Einrichtung, die gut auch Automatenpolizei heißen könnte, war in den letzten Jahren ungemein aktiv und es wurden sage und schreibe zweieinhalbtausend Kontrollen durchgeführt! In drei Jahren wohlgemerkt und das macht weit mehr als eine Razzia pro Tag. Es erklärt sich der Aufwand also immer auch von selbst, denn eine solche Behörde will sich auch selbst in ihrer Existenz rechtfertigen, was dann wiederum zu solchen Gebärden führt.

Selbstverständlich wurde kräftig eingezogen und beschlagnahmt, rund 4600 Spielautomaten wurden für illegal erklärt. Oberösterreich war hier ein Zentrum und es ist zudem interessant zu wissen, dass die Finanzpolizei eben nicht selbst auf die Slots stieß in den meisten Fällen, sondern es offenbar Spitzel und Petzen gibt unter den Zockern, die den Spielhallen dann große Probleme bereiteten. Das ist insofern verwerflich, als sich die Lokale und Spielotheken nicht mehr sicher fühlen können und diese Hexenjagd ist dann zumindest für die Behörden erfolgreich.

Zahlen und regionale Besonderheiten

Erwartungsgemäß gab es in Wien besonders viele Kontrollen, die Hauptstadt von Österreich ist aber ohnehin ein Zentrum für illegale Slot Machines. Ober- und Niederösterreich folgen auf den Plätzen und am wenigsten Kontrollen in den Spielhallen gab es in Kärnten. Auch kassierte man im Zuge dieser Aktionen mehr als 80 Millionen Euro Strafgelder, ein Umstand, der die besonders umtriebige und bemühte Weise dieser Art Polizei gut erklärt. Mehr Kontrollen = mehr Strafen, so die simple Rechnung und wer glaubt, in Österreich wären Justiz und Politik neutral, der glaubt wohl auch, dass Falco weiterhin lebt wie Elvis auch.

Im Laufe der Jahre gingen jedoch Kontrollen und damit auch Strafen mehr und mehr zurück, was möglicherweise mit einer zunehmenden Verlagerung des Glücksspiel ins Internet zu tun hat. Ob das nun die vollmundig verkündete Eindämmung ist oder nur ein Nullsummenspiel für die Politik, das kann sich jeder Zocker selbst ausmalen, aber in der Summe ist klar: Österreich führt den Kampf gegen Slots besonders hart und Spieler haben es sehr schwer, der eigentlich jedem erlaubten Leidenschaft nachzugehen.