Warum Gibraltar der große Verlierer des Brexits ist

Bekanntlich brauchen Online Casinos eine Lizenz oder zumindest ein Prüfsiegel, um von den Spielern ernst genommen zu werden und an dieser Stelle sind es entweder recht windige Karibikstaaten, die eine Konzession erteilen, oder eben kleinere Gebiete und Staaten in Europa. Allen voran reüssierte in diesem Zusammenhang der zu Großbritannien gehörige Felsen namens Gibraltar, wo man sich bezüglich Spielautomaten und Poker im Internet besonders liberal gibt. Das könnte nun im Zuge des drohenden Brexits dem Ende entgegengehen und offenbar ist Malta, das zudem auch gleich noch den Euro als Zahlungsmittel vorweisen kann, einer der ganz großen Profiteure.

Enorme Unsicherheit und das Zaudern der Teresa May

Die britische Premierministerin kann sich kaum in Amt halten und die jüngsten Fotos, bei denen die Unterhändler von der Insel bei der EU in Brüssel gleich mal ohne jede Papiere und Unterlagen auftauchten, gingen um die Welt. Man hat ganz offensichtlich überhaupt keinen Plan für den Brexit und davon sind die Glücksspielanbieter mit Listung auf Gibraltar besonders hart betroffen. Schon werden Urteile von Gerichten hervorgeholt, die eine Einheit der Länder unter der Krone betonen und es ist kaum wahrscheinlich, dass Großbritannien Gibraltar an Spanien zuschlägt oder in die Unabhängigkeit entlässt, was der Felsen auch kaum stemmen könnte. Auf jeden Fall wird das von Zockern und eben auch Online Casinos geschätzte EU Recht dann bald nicht mehr gelten und der Aderlass ist absehbar.

Wird der Sonderstatus für Glücksspiel hinfällig?

Im Moment werden auf Gibraltar gerade einmal 1 Prozent Steuern für alle fällig, die sich mit Automatenspielen und Roulette im Netz positionieren. Wird jedoch die Loslösung von der EU und damit die Zugehörigkeit zur englischen Krone vollzogen, dann steigt dieser Satz sofort auf 15 Prozent und es ist davon auszugehen, dass sich dann eine Menge Unternehmen eine neue Bleibe suchen. Schon gibt es Berichte, dass Malta diese Firmen anlocken könnte, dort gibt es im Moment auch eine Neustrukturierung der Konzessionen und die Regierung tut alles, um das Glücksspiel auch in Zukunft zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor für die Ressourcenarme Insel im Mittelmeer zu machen. Das sind schlechte Nachrichten für Gibraltar und die seltsame Entscheidung der Briten, die EU verlassen zu wollen, dürfte auch im Südwesten des Kontinents zu enormen ökonomischen Verwerfungen führen.