Was Malerei, Literatur und das Casino gemeinsam haben

Zur Zeit wird im Casino in Baden Baden eine höchst interessante Ausstellung gezeigt, die eine Verbindung von Kunst und Spielbanken in den Mittelpunkt stellt. Bekanntlich ist das Zocken schon in allen möglichen Kunstrichtungen präsent und es lohnt sich, hier mal ein paar Verbindungen aufzuzeigen, schließlich sind Zocken und große Malerei oder Literatur gar nicht so unähnlich.

Nur schnöder Mammon oder doch mehr?

Halbgebildete werden als Beziehung zwischen diesen beiden Feldern selbstredend Geld, Reichtum, Vermehrung anführen. Aber malt der große Künstler wirklich für die Kohle? Oder um die Nachricht zu transportieren? Es gibt die bekannte Persiflage von Künstlern wie Hirst oder Koons und selbst unser deutscher Allerweltsreflektor Joseph Beuys hat mit Werken wie Das Rudel für mögliche Assoziationen zum Unvorhersehbaren des Glücksspiels gesorgt. Geld wird mit Kunst zwar eingenommen, doch es bleibt immer noch beim Diktum Kant´s, nach dem die Schönheit in den Werken interesseloses Wohlgefallen auslöse und hier scheint das Gebaren von einigen Casinos geradezu unpassend! Neulich verkaufte die WestSpiel Gruppe von Andy Warhol und es wurde klar, dass man hier allein des Geldes wegen sammelt, was dem Gedanken der Kunst sicher sehr deutlich widerspricht.

Sicher, wer spielt, der will Cash und hohe Preise gewinnen und es ist oft genug eine Kunst, etwa beim Poker durch schlaues Agieren am Ende als Sieger dazustehen. Aber mit dem eigentlichen Zweck und den Möglichkeiten der bildenden Sinne hat das nichts zu tun.

Und die Literatur im Online Casino?

Klingt etwas konstruiert, schließlich sind die meisten Casinoseiten in miesem Deutsch, haben wenig Ausdruck und Verve und so ist eine Beziehung zwischen Glücksspiel und Literatur scheinbar noch schwerer. Aber nein, es gibt da diesen Schlüsselroman von Dostojewski, „Der Spieler“, in dem der russische Schriftsteller die Faszination des Roulette in allen Feinheiten darlegt. Der Tanz der Kugel, die Hoffnungen auf den Gewinn, die Furcht vor dem Verlust – all das ist vorzügliche Casino Psychologie und die gilt heute am Spielautomaten genauso wie am Tisch im 19. Jahrhundert. Leider gibt es dazu noch keine Ausstellung – vielleicht, weil die Assoziationen nicht so klar sind wie beim Diamantenschädel eines Damien Hirst?