Was vom Pokerspiel gegen Maschinen zu halten ist

Eigentlich sind die superintelligenten Computer, die mittlerweile vom Schach bis nun auch zum Pokern fast alles beherrschen, auch Spielautomaten, schließlich läuft alles nach bestimmten, wenn auch flexiblen Algorithmen. Aus diesem Grund ist es nicht ganz so verwunderlich, dass der jüngst unter dem Namen Deep Stack vorgestellte Pokercomputer schließlich doch von einem Zockerprofi geschlagen wurde, braucht es doch nur Geduld und Glück, um selbst die beste Maschine am Ende auskontern zu können.

Was kann der neue Pokerautomat?

Deep Stack bietet tiefgreifendes Lernen und das Erstellen von Pokermomenten in ganz unterschiedlichen Situationen während des Spiels. Dafür verwendet der Computer ein neutrales Netzwerk, eigens aufgestellt und hinreichend flexibel, um auf sich verändernde Situationen eingehen zu können. Eine fünfstellige, einprogrammierte Statistik zu bis dato gezogenen Pokerhänden sorgt hier für eine Menge Spielraum, zumal sich die Maschine selbstverständlich jederzeit im Nu erinnern kann. Und genau hier zeigt sich eben auch das Problem beziehungsweise die Limitierung solcher technischen Ansätze: Bis dato ist das Selbstlernen nur eine halbwegs funktionierende Verfahrensweise und am Ende braucht der Computer stets den Vergleich mit bereits vorhandenen Händen im Speicher, ein spontanes Reagieren und völlig anderes Ansetzen eines Spielzugs ist damit nicht möglich.

Im Duell mit den Pokerprofis

Die Probe aufs Exempel zu machen ist immer wichtig und so kam es jüngst zum Duell von Deep Stack und einigen der besten Pokerspielern weltweit. Und siehe da – der Pokerautomat schlug wirklich alle und nach Strich und Faden, allein an Martin Sturc kam er nicht vorbei! Dieser Player war damit als einziger in der Lage, die Maschine zu überlisten, sey es mittels geschicktem Bluffen oder über hilfreiche Pokerhände, die den Ausgang des Spiels nicht weniger beeinflussen.

Der Background des Spielers ist beeindruckend, schließlich ist Martin Sturc der Vorsitzender der Poker Assoziation in Österreich, er setzt sich seit Jahren für Pokern auch als Massensport ein und sein Spiel ist entsprechend professionell und nicht leicht zu schlagen. Ein echter Fachmann eben, mit Leidenschaft im Blut für das Pokern, so dass ein Match gegen eine kühl rechnende Pokermaschine zum echten Highlight geriet. Auch setzte sich Sturc schon länger mit der Frage auseinander, wie sich die Maschinen und deren künstliche Intelligenzstrukturen besiegen lassen, hierbei stieß er immer wieder auf die auch aus Soziologie und Sprachwissenschaft bekannte Spieltheorie und es kommt seiner Meinung in erster Linie auf Geschick, weniger auf den Zuspruch der Glücksgöttin Fortuna an.