Wie Google Play mobil macht gegen Glücksspielwerbung

Der Download einer App darf beim Branchenriesen Google keine Werbung für Casino Spiele beinhalten. Das wurde jetzt bekannt gegeben, durch Gerichte bestätigt und geht im konkreten Fall auf die Klage einer Besitzerin von Apps zurück, die sich zunächst über eine recht willkürliche Google Praxis in Hinsicht auf Reklame für Spielautomaten aufregte.

Das Problem mit dem Gambling

Schon länger gibt es im Google Play Store eine Art Richtlinie zu Casino Spiele und deren Bewerbung. Davon wusste auch die Inhaberin einer App, doch die entsprechende Reklame war geduldet worden und offensichtlich richtete sich die Unterlassung auch nur an einige App Hersteller. Als nun Google gegen die betreffende Person vorgehen wollte, begann diese mit einer Klage und nennt die Praxis des Unternehmens wenig transparent, ja sogar willkürlich. So fänden sich beispielsweise im Store sehr wohl Apps für Sportwetten und das sey im Endeffekt eine nicht zu akzeptierende Doppelmoral, wenn zugleich kleine Entwickler keine Werbung machen dürfen.

Und natürlich sind diese Hinweise auch erst einmal nachvollziehbar. Wenn jemand gezwungen werden soll, bestimmte Inhalte zu bewerben, andere und eben weit größere Firmen das jedoch dürfen, dann ist der Ärger verständlich und das wollte sich die Dame nicht bieten lassen. Sie ging vor Gericht, dürfte jedoch mit dem Urteil nicht zufrieden seyn.

Ein Urteilsspruch pro Google, mal wieder?

Das Landgericht Hamburg machte schnell klar, dass jedes Unternehmen selbst entscheiden könne, welche Inhalte zugelassen werden und wie man darauf reagiert. Google könne also diesen oder jenen App Anbieter bevorzugen, das läge in eigenem Ermessen, und auch wenn hier mal wieder der Praxis einer scheinbar willkürlich agierenden Giganten des Business Recht gegeben wurde, so ist das zugleich auch wenig vorteilhaft für kreative Leute.

Besitzt Google das Recht an einer App oder eben der Erfinder beziehungsweise die Erfinderin? Offenbar maßt sich der Konzern diese Eingriffe einfach an und das Gericht gibt Recht, was kein gutes Licht auf den Unternehmerschutz wirft. Die Begründung, nach der die Klägerin nicht glaubhaft argumentiere, ist absurd, jeder kann Willkür erkennen und das Beispiel zeigt, wie Politik und Wirtschaft im Zweifelsfall gemeinsame Sache machen und kleine, kreative Unternehmen benachteiligt werden.