Wie Tipps, Wetten und Spielsucht zusammenhängen

Meistens wird von problematischem Zocken nur im Zusammenhang mit Slot Automaten geredet und dafür haben die Forscher und Suchtexperten auch schnell eine Erklärung: Die Walzenspiele leben von der permanenten Umdrehung, den ungemein schnellen Spielrunden und dabei verlieren die Gambler im Nu die Kontrolle. Jetzt freilich dreht sich die Debatte auch mal um Sportwetten und um die Frage, inwieweit Tipps auf Fußballspiele und Co zu einer krankhaften Abhängigkeit führen können.

Ein breites Angebot

In Deutschland sind viele hundert Wettbüros über die gesamte Bundesrepublik verteilt, der Markt wächst und wer will, kann zudem im Internet bei den Sportwetten Anbietern unzählige Ereignisse tippen. Millionen Leute haben sich registriert und setzen dann auch wöchentlich auf die Bundesliga, auf Tennis, Golf und was sonst so angeboten wird. Ein Sonderfall sind dabei die Live Wetten, bei denen es – ähnlich wie am Spielautomaten – um ständige Präsenz geht, die Spieler sind schließlich direkt am Spielgeschehen dabei und können Tipps auf die nächsten Ereignisse abgebeben. Und genau diese Form der Sportwetten rückt nun in den Fokus der Suchtforscher.

Man verliere bei den Live Wetten schnell den Überblick, so die Diagnose und dabei wird suggeriert, das eigene Sport Wissen reiche aus um die Einsätze zu kontrollieren. Schon im Wettbüro, wo bekanntlich alle Games und so weiter auf den Bildschirmen laufen, sind Live Wetten verlockend, doch gänzlich ohne Aufsicht ist das Ganze im Internet, weshalb hier nach Ansicht der Forscher auch die größten Gefahren lauern. Schnelle Einsätze ohne Regress und Rückkopplung lassen die Suchtgefahr enorm ansteigen, das haben darüber hinaus bereits mehrere Studien gezeigt.

Wer ist betroffen und was sind die Warnhinweise?

Dem Thema angemessen sind bei Sportwetten vor allem junge Männer überdurchschnittlich von der Spielsucht betroffen, auch im mittleren Alter bis 45 Jahre sind viele Herren etwas zu sehr eingenommen von den nächsten Tipps. Es ist deshalb wichtig, Warnsignale zu beachten, wobei das Umfeld eine große Rolle spielt. So ist es geradezu typisch für so gut wie alle Süchte und damit auch für die Abhängigkeit gegenüber Wetten auf Sportereignisse, dass sich die Betroffenen zurückziehen, verschulden und oft genug die eigene Leidenschaft verheimlichen, obwohl die Begeisterung für den Sport dem eigentlich zuwiderläuft.

Auch gibt es die bereits erwähnte Illusion der Kontrolle, die dem Beobachter und Kritiker dann vorgehalten wird, zur gleichen Zeit versuchen die Zocker Verluste wettzumachen und setzen immer größere Beträge. Wer dergleichen mitbekommt, bei Freunden oder im familiären Umfeld, der sollte stets auch auf eine professionelle Beratung und Betreuung setzen, schließlich ist Spielsucht eine sehr ernste und vor allem langwierige Erkrankung, die sich nicht ohne Weiteres beseitigen lässt.